GEMEINSAM FÜR SCHLOSS NYMPHENBURG

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DAS BAUVORHABEN

 

Der Freistaat Bayern plant im Schlossensemble Nymphenburg einen Erweiterungsbau für das Museum Mensch und Natur zum Naturkundemuseum Bayern - BIOTOPIA.

Der Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs 2014 bricht laut Jury mit der „bis heute tradierten homogenen Fassadengestaltung des Schlosses“. Der geplante Neubau der Staab Architekten GmbH übernimmt nicht die Fassadengestaltung seiner Vorgängerbauten bzw. des südlichen Pendants (Schwaigebau).

Die Gesamtsymmetrie der Schlossanlage wird dadurch zerstört. Das Denkmalensemble Schloss Nymphenburg wird massiv beschädigt.

 

Eine ausführlichere Einführung ins Thema finden Sie hier: Kritische_Auseinandersetzung_Neubau_Schloss_Nymphenburg - PDF

DER SIEGERENTWURF UND DIE ÜBERARBEITETE VERSION VON SEPTEMBER 2017

 

Im Februar 2014 gewann das Architekturbüro Staab den Realisierungswettbewerb für den Museumsneubau. Firsthöhe und Kubatur wurden bei der Ausschreibung vorgegeben.

Der Siegerentwurf zeigte eine fensterlose, zweigeschossige Fassade aus Sichtbeton mit einem Metallschindeldach. Ein überdimensionaler, breitgezogener Bogen bildet den Eingang zum Museumshof und schließt direkt an den historischen Schlosstrakt an. Diese Gestaltung wiederholt sich auf der Parkseite. Entgegen der Wettbewerbsvorgabe hält man sich nicht an die ursprüngliche Kubatur. Der Innenhof wird nach Staabs Plänen um ein Drittel schmaler.

Seit September 2017 sieht der aktuelle Entwurf Fensterachsen im Erdgeschoss vor. Als Material für die Dachdeckung soll Keramik gewählt werden. Das Eingangsportal bleibt zu groß. Der überarbeitete Entwurf kann als Bestandteil des Schlossensembles nicht überzeugen.

Aktuell sind 2019 als Baubeginn und 2023 als Eröffnungstermin für BIOTOPIA geplant. Die ursprünglich angegebene Bausumme von 84 Millionen Euro wurde inzwischen auf 95 Millionen Euro korrigiert.

 

DIE PROBLEMATIK

 

Die Entwürfe für den Neubau von BIOTOPIA im historischen Schlossensemble Nymphenburg lassen keine Bezüge zur bestehenden Fassadengestaltung erkennen. Das Preisgericht des Wettbewerbs urteilte 2014 wie folgt: „Der Bruch mit der bis heute tradierten homogenen Fassadengestaltung der Schlossanlage wird bewusst inszeniert.“

Beim Gesamtkomplex von Schloss Nymphenburg handelt es sich um das einzige noch erhaltene Ensemble des 18. Jahrhunderts in München. Die Fassaden von mehr als 600 Metern Gesamtlänge sind in ihrer Geschlossenheit einzigartig. Der geplante Neubau wird das Schlossensemble langfristig in seiner Außenwirkung beschädigen. Um den symmetrischen Gesamtaufbau von Schloss Nymphenburg zu bewahren, müssten daher Grundelemente der vorhandenen Architektur aufgenommen werden.

 

 

UNSER ZIEL

 

Wir fordern die Erhaltung des denkmalgeschützten Schlossensembles Nymphenburg! Ein Neubau im nördlichen Schlossbereich für BIOTOPIA muss sich in das bestehende Ensemble einfügen. Hierfür ist das südliche Gegenstück, die Schwaige, als Vorbild für den Museumsbau notwendig.

GESCHICHTE

DAS SCHLOSSENSEMBLE

 

Die ehemalige Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige ist eine der größten Schlossanlagen Europas. Aus der ganzen Welt kommen Besucher, um den einzigartigen Charme dieses Ortes zu erleben. Nymphenburgs architektonischer Aufbau ist bedeutend.

 

Schloss Nymphenburg erstreckt sich von seinem zentralen Mittelbau spiegelbildlich nach Süden und Norden. Im Osten umfasst das Rondell das Schloss. Geschlossenheit und ein einheitliches Äußeres prägen das historische Ensemble, dessen Spannweite (632 m) selbst Versailles (460 m) übertrifft.

Architekt dieser einheitlichen Fassadengestaltung war Joseph Effner (1687-1745). Der in Frankreich geschulte Hofbaumeister entwarf 1716 das Gesamtkonzept, um für Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662-1726) eine Sommerresidenz ersten Rangs zu verwirklichen.

BEREITS 1939 ABGEBROCHEN: DER KAPUZINERBAU

 

Seit seiner Erbauung im Jahr 1718 wohnten im Nordflügel von Schloss Nymphenburg Kapuzinermönche, die den Messdienst versahen. Später kamen Augustiner Chorfrauen dazu, um die Mädchen zu unterrichten. Ab 1835 übernahmen die Englischen Fräulein diese Aufgabe. Die Ordensfrauen wurden durch die Nationalsozialisten 1937 enteignet, um im Nordflügel das Deutsche Jagdmuseum einzurichten. Für dessen zweiten Bauabschnitt wurde 1939 der Kapuzinerbau abgebrochen. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs verhinderte die Realisierung der geplanten Baumaßnahme.

Foto: Hans Schürer, 1939

DER VOM ABRISS BEDROHTE BAU

 

Im Zuge der Museumserweiterung sollen 2019 die nördlichsten Trakte von Schloss Nymphenburg an der Maria-Ward-Straße 1a abgerissen werden. Der vom Institut für Genetik und Mikrobiologie der LMU bis 2008 genutzte Schlossflügel wurde zwischen 1964 und 1970 in zwei Bauabschnitten durch das Universitätsbauamt errichtet. Albin Steininger entwarf im Inneren einen modernen Bau für Forschung und Bildung. Bei der äußeren Gestaltung übernahm er die Vorgaben der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Der Institutsbau zeigt, dass sich moderne Nutzung und eine Fassadengestaltung nach historischem Vorbild sehr wohl verbinden lassen.

 

DER DENKMALSCHUTZ

 

Gemäß Art. 141 II der Bayerischen Verfassung haben Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts die Aufgabe, „Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen [...]“.

Schloss Nymphenburg ist ein Architektur-, Kunst- und Gartendenkmal von europäischem Rang.

Die Gesamtanlage steht unter Ensembleschutz. Zudem sind die Gebäude des Schlosskomplexes gemäß Art. 1 Abs. 2 DSchG Einzelbaudenkmäler.

Bis Dezember 2016 war daher auch das Institutsgebäude an der Maria-Ward-Straße 1a als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erklärte 2013 konträr zu diesem Eintrag, dass kein Schutz als Baudenkmal bestünde.

 

Genaueres zum Thema Denkmalschutz in Nymphenburg finden Sie hier: Ein_Baudenkmal - PDF

 

MITMACHEN

ÜBER UNS

 

In der Bürgerinitiative „GEMEINSAM FÜR SCHLOSS NYMPHENBURG“ engagieren sich neben Architekten, Denkmalpflegern, Kunsthistorikern und Politikern, Menschen aus allen Bereichen, denen Schloss Nymphenburg am Herzen liegt.

 

Unsere Initiative erfährt Unterstützung durch das Münchner Forum, das Denkmalnetz Bayern,  Mitglieder des Bayerischen Landtages und des Bezirksauschusses Neuhausen-Nymphenburg der Landeshauptstadt München.

UNTERSTÜTZUNG

 

Damit Schloss Nymphenburg den einzigartigen Charme behält, bedarf es engagierter Menschen. Jede Unterstützung, ob finanziell, materiell oder immateriell, ist herzlich willkommen.

AKTUELLES

Hier finden Sie die aktuellsten Beiträge zum Thema:

 

- Chronologie zu BIOTOPIA und der Bürgerinitiative: Chronologie - Engagement_BIOTOPIA  - PDF

 

- Analyse des aktuellen Entwurfs: Analyse - PDF

 

- Kritische Auseinandersetzung mit dem Verkehrsgutachten von 2013: Einsicht - PDF

 

- Beitrag zu BIOTOPIA im Denkmalnetz Bayern: Denkmalnetz - PDF

 

- "Wie kann ein Eingang auffällig und unauffällig zugleich sein?" von Patrick Bahners, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20. September 2017: FAZ Artikel - PDF

 

- "Standpunkte 07.2017: Kulturbauten - Museum Biotopia" vom Münchner Forum: Standpunkte - PDF

 

- Radio Lora vom 17. Juli 2017: http://muenchner-forum.de/2017/08/02/forum-aktuell-0717-museum-biotopia/

 

- Notizbuch BR 2 vom 23. Oktober 2017: http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-notizbuch-nah-dran.shtml

 

KONTAKT

© Staab Architekten Berlin 2014

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Luftbild - © Rainer Viertlböck, 2013